Der Olivenanbau und Handel hat in Kroatien eine lange Tradition, die bis zur Zeit der Römer zurückreicht. Diese Erfahrung bürgt für eine ausgezeichnete Qualität. An der istrischen Westküste liegt die Wiege der Ölherstellung, wie archäologische Funde antiker Ölmühlen beweisen. Die Steigerungsraten der Weltolivenölproduktion im Zeitraum von 1990 bis 2005 liegen bei etwa 6 Prozent pro Jahr. Der Trend seit 2006 zeigt, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. Gründe dafür liegen vor allem im steigenden Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung und der Nachfrage nach gesunder mediterraner Ernährung. Durch verbesserte Technologien sinken die Produzentenpreise und ermöglichen dadurch eine Substitution des Standard-Olivenöls durch natives Olivenöl extra (siehe Klassifizierungen).
Gemäß der Zahlen von Ende November 2008 betrug die Olivenölproduktion des Marktführers Spanien etwa 97.300 Tonnen (+9,6 Prozent zum Vorjahr und +31 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der letzten vier Jahre). Die Ölextraktionsrate fiel besonders in Spanien mit 16,7 Prozent recht gering aus. Dies ist weit weniger als in vorherigen Jahren. Ebenfalls gute Neuigkeiten gibt es von den übrigen produzierenden Ländern. In einigen Ländern des Mittelmeerraumes haben die hohen Sommertemperaturen jedoch zu einem erhöhten Befall der Bäume durch die Olivenfliege geführt, weshalb eine Verminderung der Ölqualität befürchtet wird.
Die Produzentenpreise fielen auf allen Hauptmärkten. Die europäischen Hauptmärkte liegen in Bari, Jaen und Heraklion. In vielen Einzelfällen ist die traditionelle Olivenölproduktion nicht mehr profitabel, was zu Unbehagen unter den Olivenbauern führt.
Auf der Verbraucherseite deuten die aktuellen Informationen auf normale Werte und bekannte Muster hin. In einigen Fällen, z.B. Spanien, ist der Landesverbrauch überdurchschnittlich gestiegen, der Export fiel jedoch geringer aus. Im Allgemeinen läuft der Außenhandel gut, um beim Beispiel Spanien zu bleiben: Die Exporte sind zwar im Vergleich zum Vorjahr um 19,4 Prozent gefallen, sie sind jedoch immer noch um 7,5 Prozent über dem Durchschnittswert der letzten vier Jahre.
Die Preise für natives Olivenöl fielen weiter auf allen Märkten. Die Preisniveaus waren so niedrig, dass sie ernsthafte Bedenken unter den Produzenten auslösten. Die breite Masse ist der Ansicht, dass bei diesen Preisen nur noch mit vollautomatisierten Erntemethoden ein Gewinnmarge erzielt werden kann.
Im Vergleich zum Vorjahr waren die Preise für natives Olivenöl extra in Spanien um 30 Prozent niedriger, in Griechenland um 32 Prozent und in Italien um 23 Prozent niedriger. Preise für raffiniertes Olivenöl sind im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent in Spanien und um 12 Prozent in Italien gefallen.
In den Ländern des Mittelmeerraumes gibt es die Olive bereits seit 2.000 Jahren. In Kroatien wurde die Entwicklung der Olivenbäume vor allem durch das mäßige Klima und die calziumhaltigen Karstböden begünstigt. Bereits die römischen Schriftsteller schrieben von der außergewöhnllich guten Qualität der Ölivenöle dieser Region. Laut alten Überlieferungen waren es die Griechen die den ersten Olivenbaum in Kroatien gepflanzt haben.
Nach den Angaben des Statistikamtes gab es zum 01.07.2003 in Kroatien etwa 3,5 Mio. Olivenbäume. Der Olivensektor ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Landwirtschaft des mediterranen Teils von Kroatien. Nach Expertenschätzungen gibt es heute in Kroatien ungefähr 4,5 bis 5 Mio. Olivenbäume auf etwa 25.000 bis 30.000 Hektar Fläche. Bisher werden nur etwa 1 Prozent der Flächen bewässert. Insgesamt kommen jährlich fast 1.000 Hektar Olivenflächen hinzu. 96 Prozent der Bäume befinden sich in Privatbesitz. Es gibt jedoch noch eine hohe Dunkelziffer an nicht bewirtschafteten Olivenflächen.
Im Zeitraum von 2000 bis 2003 betrug die jährliche Olivenölroduktion ungefähr 3,7 Mio. Liter. Etwa 10 Prozent des verbrauchten Olivenöls wird importiert, der Export ist nicht nennenswert. In Kroatien gibt es etwa 35.000 Haushalte, die Oliven produzieren. Die Oliven werden in 112 Ölfabriken verarbeitet. Davon arbeiten schon 57 mit 2- und 3-Phasen-Verarbeitung. Der durchschnittliche Haushalt hat ungefähr 80 Olivenbäume oder etwa 0,5 ha Anbaufläche. Der Durchschnittsertrag nicht bewässerter Olivenhaine beträgt weniger als 10 kg pro Baum.
Der größte Teil der neuen Olivenflächen wurde mit Hilfe von staatlichen Förderungen errichtet. Die Förderungen haben ein Ziel: die Wiederbelebung der Oliven- und Olivenölproduktion sowie „des Lebens“ auf den Inseln und an der Küste. Die Errichtung neuer Olivenhaine ist auch eine Präventivmaßnahme im Kampf gegen Waldbrände.
Insgesamt 3.419.700 Olivenbäume auf 26.480 ha Flächen entsprechen einer durchschnittlichen Bepflanzungsdichte von 129 Bäumen je Hektar.
Das kroatische nationale operative Programm vom Juli 2004 sah vor, 5.500 ha neuer Olivenflächen bis 2007 zu errichten. Laut „nicht amtlichen“ Statistiken des HZPSS wurden jedoch nur ca. 3.400 ha errichtet. Darüber hinaus besteht weiteres Potential für mindestens 20.000 ha neuer Olivenflächen. Die Regierung verabschiedete in Ihrem operativen Programm für 2008 bis 2012 als Zielgröße die Errichtung von weiteren 4.500 ha neuer Olivenhaine.






