Einflussfaktoren auf das Olivenöl

Die Vielfalt unterschiedlicher Qualitäten und Geschmacksnuancen ist bei Olivenöl ähnlich groß wie bei Wein. Kein anderes Speiseöl weist so viele Geschmacksrichtungen auf. Abhängig sind diese von der Olivensorte, der Anbauregion, den Wetterbedingungen in der Anbausaison, dem Boden und vor allem dem Reifegrad der Frucht bei der Ernte:

  • Eine frühe Ernte Anfang Oktober bringt ein Öl mit sehr fruchtigem Geschmack, grünlicher Farbe und einem Duft nach frisch geschnittenem Gras.
  • Erntet man Mitte Oktober bis Mitte Dezember, so erhält man ein harmonisches, geschmacklich ausgewogenes natives Olivenöl.
  • Verwendet man erst die schwarze, sehr reife Olive zur Ölverarbeitung wie sie ab Mitte Dezember
    geerntet wird, entsteht ein mildes, süßes Öl, das nach Mandeln schmeckt.

Auch die Dauer der Lagerung hat einen erheblichen Einfluss auf das Öl. Frisch gepresstes Olivenöl schmeckt teilweise recht bitter, dafür aber sehr fruchtig. Es hat eine gelb-grünliche Farbe und ist naturtrüb.
Als reif bezeichnet mal natives Olivenöl nach einer Lagerung von über einem Jahr. Auf natürliche Weise klärt es sich selbst während dieser Zeit. Restliches Fruchtfleisch, Trübstoffe und Fruchtwasser setzen sich im Gefäß ab. Das bittere, fruchtig-scharfe Aroma verliert sich, das Öl wird immer milder und die Farbe verändert sich zu einem kräftigen Goldgelb.

Klassifizierungen nach der EU-Richtlinie

Natives Olivenöl extra (auch “extra vergine”)

Dies ist die höchste Qualitätsstufe für Olivenöl. So bezeichnet werden darf nur Olivenöl, dass absolut einwandfrei in Geschmack, Geruch und Farbe ist. Der Anteil an freien Fettsäuren darf maximal 0,8 Prozent betragen. Öle der Spitzenklasse haben nur 0,2 oder 0,3 Prozent. Bei der Herstellung darf außer waschen, klären und zentrifugieren kein weiterer Vorgang durchgeführt worden sein.
Vom Ernährungsaspekt her ist natives Olivenöl extra sehr wertvoll: Es enthält u.a. mächtige Antioxidantien (Schutz gegen Krebs), ungesättigte Verbindungen, die den Stoffwechsel unterstützen, und Leocanthal, was entzündungshemmend wirkt, sowie A-tocopherol, ein wichtiges Vitamin.

Natives Olivenöl

Der Unterschied zum “nativen Olivenöl extra” liegt nur darin, dass der Anteil an freien Fettsäuren bis 2,0 Prozent betragen darf. Hinsichtlich Geschmack, Geruch, Farbe und Herstellung gilt das gleiche.

Olivenöl

Für den Verzehr nicht zugelassenes Lampantöl wird mit Hilfe chemischer Prozesse wie Entschleimung, Entsäuerung oder Bleichung “korrigiert”. Dabei gehen Vitamine und Geschmacksstoffe verloren. Raffiniertem Öl wird natives Olivenöl zugegeben, um es wieder “genießbar” zu machen.

Klassifizierungen

Oliventresteröl

Dieses Öl wurde im Wesentlichen aus den beim Pressen verbliebenen Olivenresten gewonnen – mittels Lösungsmitteln. Geringe Mengen natives Öl werden beigemischt, um den Geschmack zu verbessern.

Biologisches Olivenöl

Neben der qualitativen Einstufung muss biologisches Olivenöl sehr strenge Auflagen erfüllen. Mehr dazu lesen Sie in der Rubrik “Bio-Anbau” unter Ökosiegel.

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